Die Kochertalenten
fahren zum Gardasee
oder
„Wie im Urlaub“
Zeitraum 19.-27. Mai 2017
2016 fing alles an, als Christa ihre Idee, einmal mit der Ente zum Gardasee zu fahren, erwähnte.
Christa fährt nun schon seit über 50 Jahre Ente und da meinte sie es wird mal Zeit, das jetzt mal zu
tun. Schnell pflanzte sich der Virus fort und es waren in kürzester Zeit genügend begeisterte
Kochertalenten gefunden.
Nun musste eine entsprechende Bleibe gefunden werden, für circa zehn Personen. Nicht so einfach.
Das übernahm unser Navigator. Hatte er uns doch schon bei den Ausfahrten sicher und
begeistert durch die Hohenloher Gegend geführt. Doch welchen Zeitraum sollten wir wählen? Nicht
zu heiß, nicht zu kalt und nicht in der Hauptsaison. Also wurde schon 2016 der Mai 2017 als Favorit
gewählt. Christoph fand dann recht schnell eine Unterkunft für 9 Personen. Wir waren hin und weg
von der Villa in der Nähe von Monzambano, etwa 9 km südlich vom Gardasee. Nur die
Teilnehmerzahl machte uns sorgen, sie schwankte zwischen acht und zwölf. Am Ende waren wir
dann doch zehn Entenfahrer mit sieben Enten.
An einem der Planungsabenden buchten wir die Villa nun fest. Mögliche Ausflugsziele erkundete
unser Navigator und erarbeitete für uns Vorschläge. Das sah gut aus und so hatten wir
einen guten Grundstock für unseren Urlaub. Schnell verging die Zeit, bis es endlich soweit war. Wir
fieberten der Abfahrt entgegen. Nur Uwe war der Treffpunkt in Ellwangen um 6.30 Uhr, ehrlich gesagt, so was von mitten in der Nacht. Zumal die Haller ja noch gut 45 Minuten nach Ellwangen
zu fahren hatten.
Dann ist es soweit. Ente gepackt vor der Tür. Der Wecker klingelt. Aufstehen, Bad, Frühstück (für
Uwe Nachtmahl) und auf, um 5:45 Uhr, zu unserem Treffpunkt beim Dehner in Hessental.

Das Wetter sieht nicht gut aus. Es regnet. Als wir uns sammeln und
weiter Richtung Ellwangen fahren
hört der Regen auf. In Ellwangen
treffen wir den Rest. Jetzt wird es
ernst. Mit unseren sieben Enten
rollen wir von Ellwangen Richtung
Aalen auf die Autobahn zu. Es
knattert und quietscht. Die
Geräusche lassen nach, wenn man
das Radio lauter dreht. Das
beruhigt. Über Funk sind wir
miteinander verbunden und geben
Bescheid, wenn etwas ansteht. Die erste Fahrt verläuft problemlos. Zeitweise vergeht die Zeit wie
im Flug. Gut, dass wir noch im April einen Schrauber-Workshop eingeplant hatten, wo wir in der
Werkstatt von Herrn Grimm in Schwäbisch Hall unsere Enten nochmal durchchecken konnten.
Denn mit den neu eingestellten hinteren Bremsen ist das Bremsen auch schon etwas erfolgreicher
und dass ohne pumpen.

Trotzdem
stellen wir fest, dass bei dem ein
oder anderen ein Licht mal
funktioniert oder auch mal nicht.
Solange es sich darauf beschränkt
ist das voll akzeptabel.
Da wir nicht direkt zum Gardasee
fahren, sondern erst einen
Zwischenstopp in der Nähe von
Bozen machen, müssen wir erst
einmal 1000 Höhenmeter
überwinden. Uiuiui, dass ging ganz schön steil nach oben. Wir quälen unsere Enten im ersten Gang
von Bozen in Richtung Jenesien, wo wir unsere Unterkunft in der Gaststätte Locher beziehen. Auf
Grund des Aufstiegs machen wir uns Gedanken wie wohl der Abstieg sein wird. Uwe klagt und will
im ersten Gang runter fahren. Jörg gibt indessen Tipps zum Bergab fahren, die dann auch für die
Weiterfahrt sehr hilfreich sind.

So mancher der in hügeliger oder
bergiger Landschaft unterwegs
ist wird sagen, ja klar so machen
wir das. Aber für uns
Flachlandenten war das neu. Und
wie geht das? Bei großen
Gefällen die Drehzahl bis in den
roten Bereich drehen und dann
stark abbremsen. Das verhindert,
dass man ständig auf der Bremse
steht und diese überhitzt. Ist
natürlich bei den Abständen die
heutzutage beim Autofahren
eingehalten werden auch kritisch. Naja, da müssen die anderen durch.
Ach ja, wir hatten uns Gedanken gemacht, wegen Abstieg. Schließlich entscheiden wir uns weiter
auf die Hochebene zu fahren und wieder Richtung Norden nach Meran. Alle genießen den
herrlichen Ausblick von hier oben, über die grünen Täler und die schneebedeckten Berge. Dass
heißt, wenn es die Nadelbäume zulassen. Durch die Wälder zu fahren hat aber auch seinen eigenen
Reiz. Immer wieder werden wir durch Steigungen überrascht, die wir nur im ersten Gang
bewältigen. Ob rauf oder runter.

Über Meran und Bozen erreichen
wir bei Torbole den Gardasee. Hier
haben wir den ersten Kontakt mit
dem See und legen einen
Zwischenstopp ein. Die Gassen
laden uns zum Schlendern ein und
die Cafés zum Verweilen. Die
Terrakottatöne der Häuser
vermitteln uns, dass wir
angekommen sind. Die Zypressen
stecken wie Zahnstocher in der
Landschaft. Die Berge säumen den
See. Unglaublich dass sich
die Steilhänge der Berge im
See fortsetzen. 400 Meter ist
der See hier tief.
Faszinierend.

Am See entlang fahren wir
auf der Ostseite weiter zu
unserer Unterkunft, der Villa
Doc, welche am Rande von
Monzambano mitten in der
Natur liegt. Wir sind
begeistert. Naja abgesehen von der Landstraße nebenan. Die große Küche genießen wir nur am
ersten Abend, dann nutzen wir die schöne Terrasse für die restlichen Mahlzeiten. Wir decken uns
mit Lebensmittel ein. Lokaler Wein gehört natürlich dazu.
Unser Zehnter macht sich auf den Weg einen Campingplatz zu suchen. Doch leider ist für Camper
hier nichts in der Ecke zu finden. Nach einigen Runden mit der Ente ist endlich eine Unterkunft
gefunden. Die ist dann etwa 3 km entfernt. Nach dem guten italienischen Wein ist das ein guter ½
stündiger Marsch vor dem Schlafengehen. Hat noch keinem geschadet (sagt man). So können aber
die anderen am Tanz der Glühwürmchen und an den überraschten Autofahrern an der nächtlichen
Landstraße nicht teilnehmen. Da aber die Landstraße im Stockdunkeln nicht unbedingt der Hit ist,
wenn Autos und LKW mit 50 bis 120 an einem vorbeirauschen, sucht Uwe einen parallelen Weg
über die Felder, was dann auch viel idyllischer ist.

Der erste Ausflug, das Castello
Lagusello. Der Ort ist mit einer
Schutzmauer umschlossen. In der Nähe
gibt es mehrere Seen. Einer davon ist in
Form eines Herzens. Natürlich rangt sich
eine herzzerreißende Geschichte um den
See. Der See ist vom Turm, den einige
von uns besteigen, gut zu sehen. Die
Häuser stehen dicht an dicht, wie es für
die Gegend üblich ist. Doch finden die
Bewohner trotzdem lauschige Ecken, um
sich miteinander zu treffen.
So manchen Abend sitzen wir nun in unserer Villa bei Wein zusammen, spielen, singen und lachen
viel. Je nach Abend wird es auch weniger aufregend, da wir schon von den Touren und
Besichtigungen erledigt sind.

Ausflug nach Torri
del Benaco. Wir
stehen vor der
Schranke an einem
vollen Parkplatz an
und Jörg frotzelt
noch, dass es viele
Videos gibt, die das
Abreißen von
Parkplatzschranken
zeigen. Und was gibt
es? Schranken
abreißen. Ein
Motorradfahrer
schafft es mit seinem Koffer hängen zu bleiben. Die Polizei ist sofort zur Stelle und bis wir warten,
dass alle geparkt haben, ist die Schranke auch schon wieder repariert. An der Promenade gibt es den
berühmten montäglichen Markt. So schauen wir uns an was angeboten wird und schlendern herum.
Ein Café lädt uns ein. Das Angebot: Schatten, Sonne, Campari, Cola und mehr. Als der Markt zu
Ende ist bewundern wir, wie schnell die Marktstände abgebaut sind. Besonders wie schnell an den
Lieferwagen die riesigen Markisen eingefahren sind. Aber auch, dass, wer dabei schnell schnell
macht, eine zweiten Runde beim Einpacken benötigt.
Doch wie so oft geht es auch diesmal nicht ohne Entenschrauben. Bei den Ausfahrten stellt Christa
fest, dass ihr Gaspedal hängen bleibt. Als wir an unserer Villa zurück sind machen sich Jörg und
Uwe dran den Vergaser zu reinigen, was auch hilfreich ist.

Ausflug nach Mantua. Drei
verschiedene Farben der Parkplätze
zeigen uns an, ob wir hier dauerhaft
parken, oder dauerhaft wohnen sollten,
bzw. müssen, um hier parken zu dürfen.
Wir finden trotzdem Parkgelegenheiten
und das relativ schnell. Die Stadt ist wie
die anderen Orte sehr sauber und
gefällig anzusehen. Wir gehen die Via
Chiassi hoch und erreichen die Basilika
San‘ Andrea. Gegenüber liegt das Haus
und die Werkstatt des früheren Händlers
Boniforte. Das Faszinierende an dem Haus sind die Schnitzereien an den Fenstern.
Außergewöhnlich. Begeisternd.

Beim morgendlichen Spaziergang von
Uwe entdeckt er eine Trattoria in
Orfino. Wir beschließen dort essen zu
gehen. Schon als wir nach den
Öffnungszeiten schauen wollen,
werden wir vom Wirt herzlichst
begrüßt. Es gibt viel selbst
hergestelltes. Ob Nudeln mit
Steinpilzen, Esel oder Pferd, oder das
Rindersteak und das Hähnchen, man
kann nur sagen lecker, lecker, lecker, …
und sehr günstig.Wir sind so begeistert,
dass wir an unserem letzten Abend
nochmal einen Besuch einplanen.

Doch bevor es zurück geht
kommen noch weitere
Ausflüge in die nähere
Umgebung. Sirmione
begeistert uns mit seinen
kleinen Straßen, bei denen
die Fußgänger zur Seite
gehen müssen, wenn sich
ein Auto durchzwängt.
Wie kann es anders sein.
Wir bleiben wiedermal in
einem Straßenkaffee
hängen. Und genießen die
Mauern die uns umgeben mit den Kletterpflanzen, Eidechsen und Gerüchen. Und natürlich das
Treiben vor dem Café.
Ja so könnten wir noch schwelgen in Begeisterung der weiteren Orte, wie das Mühlenviertel in
Borghetto mit seinen unzählbaren
Mühlen in den verwinkelten
Gassen, dem wunderbar angelegten
Garten von Ándre Heller und dem
leckeren Essen und Trinken und
und und. Natürlich aber auch der
herrlichen Aussicht am Gardasee.
Wie Gott in Italien haben wir uns
gefühlt, oder wie Helga bei jeder Gelegenheit
immer trefflich bemerkte: „Wie im Urlaub“.
Doch am Ende haben wir bemerkt, wir müssen
doch wieder zurück.
Dann ist es irgendwann soweit. Wir packen und es ist wieder alles in den Enten verstaut. Am
schwersten scheinen die Impressionen zu wiegen, die wir mitgenommen haben. Das möchte keiner
nachwiegen, aber auch nicht vermissen. Tief getränkt von Italien und dem ersten gemeinsamen
Urlaub unseres jungen 2CV-Clubs, der „Kochertalenten“ fahren wir zurück. So haben wir viele
Eindrücke mitgenommen, von einem wunderbaren Urlaub und auch von unseren 2CV-Freunden,
die wir näher kennen lernen konnten. Freundschaften haben sich vertieft, aber wir haben auch
festgestellt, dass an der ein oder anderen Freundschaften noch gefeilt werden muss.

Die Rückfahrt verläuft nicht ohne Entenschrauben 2.0. Urse ist ganz begeistert wie schnell Jörg,
Nadanjo und Uwe den Fehler
finden. Und dann auch noch dass
passende Ersatzteil dabei haben.
Christophs Ente wurde immer
langsamer und quälte sich den
Brenner hoch. Uiuiui. Bei der
Prüfung stellt die Prüflampe
(Stroboskop) eine Frühzündung
um gut 7 Zähne fest. Deshalb
auch das laute Klingeln des
Motors. Der Zündkontakt ist
auch schon recht abgebrannt.
Also neuer rein. Etwas
Frühzündung eingestellt und
schon kann es losgehen.
Die Schrauber nehmen die Stunde Verzögerung gar nicht wahr: „Was, wirklich eine Stunde?“.
Abschließend ist festzustellen, auch wenn am Motor alles mögliche verstellt ist, dann läuft die Ente
trotzdem. Und wenn auch der Entenfahrer nicht 100’% konform ist, dann passt das auch irgendwie.
Aber, ob wir nun mit drei oder sieben Enten unterwegs waren, überall wurden wir herzlich begrüßt
und bestaunt.
Die Kochertalenten, Mai 2017
Ade, Christa, Christoph, Helga, Iris, Jörg, Karina, Nadanjo, Urse und Uwe
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